Angekommen – Take a deep breath of Nepal

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…ich war also angekommen und Michi hatte mich am Flughafen abgeholt und in ein wundervolles kleines Hotel im Bezirk Thamel gebracht – eine Oase der Ruhe mitten im hektischen Touristenviertel von Kathmandu.

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Noch am ersten Tag Nepal sollte ich eine geballte Ladung Kultur abbekommen, als wir am Abend zum Durbar Platz gefahren sind – einem Wahrzeichen der Stadt, welches durch das jüngste Erdbeben leider zu großen Teilen zerstört wurde.

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Während so manches Gebäude in sich zusammen gebrochen ist, stand der Tempel der Kumari nach wie vor. Die Kumari – eine Kindgöttin welche nur an wenigen Tagen im Jahr den Palast verlässt – und genau an meinem ersten Tag in Nepal hatte ich das Vergnüge mitzubekommen, wie die Menge auf der Straße förmlich durchdrehte als zuerst Ganesh und Bhairav und dann sie selbst auf prunkvollen Wägen durch die Straßen gezogen wurden.

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Dies geschah im Rahmen des Indra Jatra Festes – einem Fest, welches jährlich mehrere tage zum Ende der Monsunzeit gefeiert wird.

Somit sollte mein erster Abend in diesem Land also ganz besonders enden – dieses Glück haben nicht allzu viele!

Reisen, dabei was Gutes tun und noch viel mehr zurückbekommen

So könnte man meine zweite Erfahrung in Nepal ganz gut beschreiben. Ursprünglich war meine Idee ja zwischen dem alten und einem neuen Job ein paar Wochen durch Südostasien zu reisen. Jedoch hat sich seit letztem Jahr so manche Denkweise bei mir geändert, sodass ich diesem, ich nenne es mal „Auslandsprojekt“ einen besonderen Impuls geben wollte. Die Lösung sollte Volunteering sein – ich wollte im durch Erdbeben und Monsun geplagten Nepal mit anpacken, versuchen irgendwo zu helfen. Der ursprüngliche Plan, eine Schule wieder aufzubauen, ist jedoch daran gescheitert, dass das Gebiet aktuell noch nicht wieder erreichbar ist. Aber auch so sollte ich etwas Sinnvolles finden, womit mich mein dritter Tag in Nepal dann in ein Waisenhaus geführt hat.

Ein Haus, der Wachhund, die Pfelgeeltern, 20 Kids und ich mittendrin!

In einer toll vorbereiteten Willkommenszeremonie wurden Michi, die hier schon lange Zeit bekannt und ein gerngesehener Gast ist und ich begrüßt.

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Wir hatten Früchte und Säfte für die Kids mitgebracht – Dinge, die für uns nicht der Rede wert sind, aber dort als etwas Besonderes angesehen werden. Ja, Mittwoch bin ich dort also „gelandet“ und heute, fünf Tage später kann ich sagen „es ist eine wundervolle Erfahrung und ich bin angekommen“. Die Gasteltern sprechen wenig bis gar kein Englisch – bei den Kids ist es nicht viel anders. Allerdings können mir einige ein bisschen beim Übersetzen helfen – aber einfache Kommunikation sieht anders aus. Und doch scheint die Verständigung zu funktionieren eine Erfahrung die ich vergangenes Jahr im Iran bereits machen durfte.

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Und dennoch muss ich sagen waren die ersten zwei Tage nicht einfach. Bin ich es doch mittlerweile garnicht mehr gewohnt groß alleine zu sein, da zu Hause zumeist Freunde und/oder Kollegen um mich herum waren, so war ich auf einmal doch irgendwie alleine auf weiter Flur und es war auch keiner zum Reden da – gewöhnungsbedürftig! Aber ich sage – das ist alles Teil des Abenteuers und der Erfahrung!

Nach meiner ersten Fahrt in die Stadt mit einem öffentlichen Bus hatte ich dann irgendwie das Gefühl angekommen zu sein – es bedarf eben immer ein kleines Abenteuer! Und wenn der 15 Mann Bus mit über 30 Personen schon besetzt ist und sich die letzten Fahrgäste auf dem Dach einfinden, so darf man das schon als kleines Abenteuer bezeichnen :)

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Seither beginnen meine Tage früh morgens mit Gebeten, der nepalesische Nationalhymne, Frühsport, Frühstück, Hausaufgaben machen und dem gemeinsamen Gang zu Schule. Nachmittags geht das Programm dann ähnlich weiter – ergänzt um Spielen und Essen zubereiten oder Einkaufen.

Samstag ist hier Waschtag – alle Kids werden gebadet, das Haus wird geputzt und die Kleider werden gewaschen – jeder packt mit an und ein jeder wie auch genau was er zu tun hat – fabelhaft!

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Probleme an der Grenze sorgen für schwere Einschränkungen

Aktuell ist es hier aufgrund politischer Spannungen leider so, dass es weder Benzin- noch Gas Nachschub gibt, was sich zum Einen an dem für Nepal unüblich wenigen Verkehr, zum Anderen an vermehrt geschlossenen Restaurants bemerkbar macht. Denn ohne Gas kann an vielen Stellen nicht gekocht werden – hier im Waisenhaus gibt es immerhin noch Feuerstellen auf dem Dach und entsprechendes Geschirr zur Verwendung über dem offenen Feuer.

Man könnte fast sagen „zurück zum Anfang“. Täglich hofft man hier, dass sich die Situation sobald als möglich entspannt und der normale Alltag wieder einkehrt – es wäre den Menschen hier zu wünschen!

So habe ich nun meine erste Woche Nepal hinter mir – die Zeit verging wie im Flug muss ich sagen. Und ich bin sehr gespannt, was mich hier noch alles so erwartet.

Namaste!

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5 Antworten

  1. Super, super, mache weiter so!

  2. Claudia Strasser

    Ich bin super stolz auf dich. ..

  3. […] hatte in meiner Anfangszeit in Nepal immer mal wieder über das „Ankommen“ gesprochen – auf Bali war dies ein unbeschreibliches […]

  4. […] gekommen ist. Keine 24 Stunden nach der telefonischen Absage konnte ich ein Ticket mit dem Zielort „Kathmandu“ mein Eigen […]

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