Die Berlin-Challenge

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Die Berlin-Challenge – Trampen gegen die Uhr

 

Von Dubrovnik nach Berlin in 64 Stunden? What the hell….garnicht so unmöglich!

 

Nach den genialen Tagen in Budapest und der anstrengenden Strecke durch die Türkei folgten erst einmal zwei entspannte Tage in Griechenland. Eine Freundin hatte mich zu ihren Eltern in einem kleinen Dorf nahe der mazedonischen Grenze eingeladen.

 

Es folgten ein paar Tage in Skopje – der Stadt, die mich wohl mit am meisten überrascht hat. Wenn ihr mal ein Ziel für ein verlängertes Wochenende sucht, nehmt die mazedonische Hauptstadt mal mit auf den Radar – es wird sich lohnen!

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Durch den Kosovo ging es dann nach Montenegro – und zack, waren die nächsten Überraschungsstädte gefunden. Schonmal von Budva und Kotor gehört? In Budva habe ich den ersten Mai verbracht – orthodoxe Ostern. Es war ein Tag der seinesgleichen sucht! Vom Frühstück auf dem Campingplatz an dem ich gestrandet war, über einen unglaublichen Nachmittag in einer kleinen Bar die ihr einjähriges Bestehen feierte bis hin zu einer aberwitzigen Fahrt nach Kotor, welche mit einem grandiosen Hostelabend  endete.

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Nach Kultur und Wäschewaschen ging es weiter nach Dubrovnik – nicht nur für „Game of Thrones“-Fans interessant! Da die Straße aufgrund eines polnischen Trampwettbewerbs ziemlich voll war, habe ich mir hier etwas länger Zeit gelassen.

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Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!

 

Am 4. Mai fiel dann In einem LKW ein paar Kilometer außerhalb von Dubrovnik die Entscheidung. Ich hatte eine Wette abgeschlossen, die mir exakt 64 Stunden Zeit für rund 1700 km gab – das Ziel war Berlin.

Und ich sag euch – ich, als Anfänger hätte nie gedacht, dass „Zeittrampen“ so geil klappen kann!

Wie gesagt, ich saß im LKW von Vodor der mich bis nach Rogotin mitnahm. Im umgebauten Hühner-und Eiertransporter hat mich Ivan auf dem Weg nach Sibenik mit allerlei Essen versorgt.

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Ein Bus voll Hochspannungstechniker hat mich direkt im Anschluss bis kurz vor die Tore Zagrebs mitgenommen. 22.53 Uhr – eine Raststätte an der nicht wirklich was los war und ich mich schon nach einem Plätzchen für mein Zelt umgesehen habe. Und das Glück will nicht enden – ich laufe Peter in die Arme, der mich kurz vor Graz rauslässt – es ist 01.05 Uhr. Nach kurzer Stärkung ging es kurz Schlafen – das Zelt war gut versteckt im Straßengraben aufgebaut.

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Nach 221 Tagen zurück in Deutschland

 

Donnerstag, 5. Mai – 7 Uhr mit dem ersten „Deutschland“-Schild in der Hand sollte die Challenge weiter gehen.

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Doch so gut es am Tag zuvor lief, so beschissen fing der Donnerstag an. Christi Himmelfahrt – Feiertag in Österreich und Deutschland und Tuning Treffen am Wörthersee – sprich…keine LKW’s auf den Straßen und die meisten Autos voll mit Familien oder Tuningfans auf dem Weg ins lange Wochenende! So hieß es – Fußmarsch! 13 km und zweieinhalb Stunden später hatte ich mein „finales Berlin Schild“ gebastelt, was gefuttert und saß in einem Taxi, das mich nichts kosten sollte.

Doch dem kleinen Hoch folgte das nächste Tief – wieder zwei Stunden warten – es regnet und gefühlt alle Autos fahren in die falsche Richtung. Dann steht Dominic vor mir der nur freundlich nickt als ich sage wo ich gerne hin möchte. Und dann war ich wieder im Flow – eineinhalb Stunden später habe ich am Rastplatz Voralpenkreuz quasi nur das Auto gewechselt. Im alten VW Bus von 5 jungen Österreichern die gerade vom Klettern kamen war noch ein Plätzchen frei. Nächste Haltestelle: Putzleinsdorf – Gasthaus am Dorfplatz!

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Aus einem geplanten kurzen Bierchen sind bedeutend mehr geworden, sodass sich mein Weitertrampen immer weiter verzögerte. „Die Grenze zu Deutschland ist nur einen Steinwurf entfernt“ – also los, ein Bier geht noch. Es war bereits dunkel als ich an der Grenze war und mich die Jungs aus dem Nichts mit einem Tablett voller Bier überraschten – es folgten ein paar Kurze und das Thema Trampen hatte sich für heute Nacht dann doch erledigt.

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Irgendwann war ich der Meinung „ich schaff die paar Kilometer nach Passau noch“ – Nicht! Es folgte eine kleine Wanderung entlang der verlassenen Landstraße und mitten durch den Wald. Nachdem einem Smalltalk mit der Polizei, die mich verwundert angehalten hatte, startete mein Freitag um 6 Uhr – aufgewacht im Schlafsack an einer Bushaltestelle mitten in einem kleinen Städtchen. Drei Fahrzeuge und 4 Stunden später war ich auf dem Rastplatz Hengersberg angekommen wo ich auf Thilo traf. Truckfahrer auf dem Weg nach Chemnitz. Er nahm mich bis Weiden mit, nachdem wir auf dem Weg seinen 40 Tonner mit Rindenmulch beladen hatten. Nach ner erfrischenden Dusche wollte ich mich auf die hoffentlich letzte Etappe machen – es war 16.20 Uhr und Berlin lag nur noch 300 km entfernt. Zack – Jackpot!!! Mein letzter Fahrer dieser Challenge sollte Alin sein – er fand meine Story so genial, dass ich mir sogar aussuchen durfte, wo er mich in Berlin rauslässt – was ein genialer Abschluss dieser Challenge!

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1658 getrampte Kilometer mit 13 Fahrern und 24 gelaufenen Kolometer in 49 Stunden – das Ziel Berlin war erreicht und ich zog für drei Nächte zu Mogli und Balu – Berlin Calling!

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Nach zwei super Tagen auf der DNX mit genialen Leuten und spannendem Input gab es einen Ausklang am Spreeufer und dann am 9. Mai den letzten Ride – immer Richtung Süden!

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Und Gregor hat es sich dann nicht nehmen lassen mein letzter Fahrer zu sein – er war Fahrer Nummer 66 und hat mich in der Nähe meines Heimarortes Walldürn rausgelassen, damit ich die letzten Kilometer dieser 225 Tages Reise noch für mich hatte…

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Eine Antwort

  1. Hi Ben, ich bin durch Rescherschen für meine Weltreise auf deine Homepage gestosen, und find es klasse was du heir machst!

    Ich bin selbst ein Großer Tremper und evtl. könnte ja für dich diese Challeng eine Herrausforderung sein…
    https://break-out.org/
    Hier geht es darum in 36 h so weit zu trempen wie es nur möglich ist. (Ganze hat einen Sozialen zweck, und zwar spenden für ein Studendten Projekt in Afrika zu Mobilisieren. Näheres auf der Webseite.)

    https://www.youtube.com/watch?v=typfJLdTqrQ

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